Zahnarztpraxis
Dr. G. Düchting
Heiligenhaus

Hauptstr. 136
D-42579 Heiligenhaus
Tel.: 02056 - 5285

Parodontologie

Parodontose

Parodontose ist eine Erkrankung des Zahnhalteapparates. Sie ist weit verbreitet und häufige Ursache für Zahnausfall. Eine Infektion durch Bakterien, die sich vor allem in Zahnbelägen und Zahnstein befinden, lösen die Parodontose aus. Es bilden sich Zahnfleischtaschen, in denen Keime sich ungehindert vermehren. Der Zahnhalte- apparat (Zahnfleischgewebe und Kieferknochen) wird langsam zerstört.
Bei fortgeschrittenem Krankheitsstadium kommt es zu einer Zersetzung des Kieferknochens. Hierdurch hat der Zahn keinen Halt mehr, er lockert sich und fällt schlimmstenfalls aus.

Nach neuen Erkenntnissen hat die Parodontose auch viele allgemein-körperliche Auswirkungen. Das Herzinfarktrisiko und das Risiko für Frühgeburten bei Müttern mit Parodontose steigen.
Vom Patienten selbst wird Parodontose zunächst möglicherweise gar nicht bemerkt, da die Krankheit schleichend und schmerzlos verläuft. Anzeichen können Zahnfleischbluten und ein eitriges Sekret sein.

Durch die Parodontalbehandlung sollen hauptsächlich die Entzündung entfernt und die Zahl Bakterien verringert werden. Dadurch wird ein fortschreitender Abbau des Parodontiums gebremst.

Parodontalbehandlung

Zunächst lässt sich mit Hilfe des Parodontalen Screening Tests (PSI) bei der zahnärztlichen Kontrolle eine vorliegende Parodontose feststellen. Umfangreiche Untersuchungen (z.B. Blutungstest, Parodontalstatus, Ausmessen der Taschentiefe), und Auswertung von Röntgenbildern helfen, einen Mund- hygienestatus zu erstellen, der die genaue Problemzone und den Schweregrad der Erkrankung erkennen lässt.

Die so genannte Vorbehandlung ist unbedingt erforderlich, da ohne diese die Wirksamkeit der eigentlichen Parodontosebehandlung nur von kurzer Dauer ist. Die Vorbehandlung mit eingehender Mundhygieneuntersuchung und professionellen Zahnreinigung reduziert den Entzündungsgrad des Zahnfleisches häufig schon sehr deutlich.

Bei der eigentlichen systematischen Parodontosebehandlung ist eine Intensivreinigung der Zahnfleischtaschen mittels verschiedener Handinstrumente und Ultraschall („geschlossene Behandlung“) der nächste Behandlungsschritt.
Die Ablagerungen an den Wurzeln und in den Zahnfleischtaschen sowie entzündetes Gewebe werden unter lokaler Betäubung schmerzfrei entfernt, die Oberfläche der Wurzel wird geglättet. Jetzt kann sich das Zahnfleisch wieder an die Wurzel und den Zahn anlegen, in der Folge verringern sich die Zahnfleischtaschen.

Bei therapieresistenten Zähnen mit stark fortgeschrittener Parodontose und großer Taschentiefe bzw. bei Taschen, die trotz dieser Behandlung Entzündungsanzeichen (Bluten, Sekretion) aufweisen, ist ein chirurgisches Vorgehen („offene Behandlung“) erforderlich. Die Reinigung an den Wurzeln erfolgt durch Lösen des Zahnfleischrandes. Unter Sicht wird die Wurzel auch in tiefen Bereichen gesäubert und erkranktes Gewebe entfernt.
In einigen Fällen (nach Keimnachweis per DNA-Probe) kann parallel eine antibiotische Behandlung notwendig sein.

Parodontose ist eine chronische Erkrankung. Um das Behandlungsergebnis zu stabilisieren, sind regelmäßige Kontrolltermine und eine dauerhaft optimale häusliche Mundhygiene notwendig (und PZR). Dabei kommt der Zahnzwischenraumpflege mit geeigneten Hilfsmitteln eine besondere Bedeutung zu. Ebenso wichtig ist eine regelmäßige Nachbehandlung (Recall) und die professionellen Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis.

© Design/Umsetzung: quellfrau 2008-2012, Texte: Klaus Fehling, Uli Winters 2008-2012, Headerfoto: Nelson Schoen / PIXELIO